Bürogebäude LINZIA „A“ Prag, Tschechien

Bauherr:
  Linzia Shelf s.r.o., Prag, Tschechien
Projektant:   Atelier A,.B:D. s.r.o., Prag, Tschechien
Projektmanagement:
  EC HARRIS s.r.o., Prag, Tschechien
Statik:   RECOC s.r.o., Prag, Tschechien
Auftraggeber:   PORR (Ceska) a.s., Prag, Tschechien
Ausführungszeitraum:
 

Juni 2007 bis Februar 2008

Leistungsumfang:   1.400 m Bohrpfähle 620 mm
1.200 m² Spritzbetonausfachung
700 m² Bodenvernagelung

 

Das Bürogebäude LINZIA befindet sich nordwestlich der Prager Stadtmitte im Stadtteil Vokovice, in attraktiver Lage vom Naturschutzgebiet Šárka umschlossen.

Beim Erstellen des Entwurfs haben die Architekten aus dem Projektplanungsbüro A.B.D. vor allem auf die sensible Verbindung der modernen Architektur mit einem Gebäude aus den Dreißigerjahren des vorherigen Jahrhunderts geachtet.

Der Grundriss des Bürogebäudes LINZIA „A“ hat die Form eines abgeknickten Vierecks mit den Abmessungen 120 x 33 m in den Untergeschossen, in den Obergeschossen springt es auf die Abmessung
von 104 x 24 m zurück. Der oberirdische Teil, einschließlich des teilweise in das Gelände eingelassenen Erdgeschosses, besteht aus sechs Geschossen. Der unterirdische Teil ist zweigeschossig.
 

Das Untergeschoss, das als Tiefgarage dient, hat ein gemischtes Konstruktionssystem, bestehend aus den tragenden Außenwänden, Installationskernen und Pfeilern.

Das Projekt erhielt seine Besonderheit wegen der Anforderungen des Bauherrn auf Verkürzung der Bauzeit und auf Reduzierung der Kosten für die Baugrubensicherung und die Untergeschosse.
Die ursprüngliche, vom Planer entworfene Lösung einer Baugrubensicherung mittels verankertem Berliner Verbau und der Ausbildung der Außenwände als „Weiße Wanne“ hat Bauer gemeinsam mit PORR nach mehreren komplizierten
technischen Besprechungen umgearbeitet und dem Bauherrn zur Beurteilung eingereicht.

Die Änderungen wurden akzeptiert und beinhalteten die Baugrubensicherung als aufgelöste Bohrpfahlwand mit Pfählen Durchmesser 620 mm im Abstand von 2,00 bis 2,50 m mit dazwischenliegender Spritzbeton-Ausfachung als auch die Ausführung der Außenwände als „Braune Wanne“ unter Verwendung von Bentonitmatten mit verstärkter, verschweißter Polyethylenfolie.

Die dafür erforderliche statische Ausarbeitung wurde durch Bauer in der eigenen Konstruktionsabteilung durchgeführt.

  Bürogebäude LINZIA A Prag, Tschechien
 
Aufgrund einer detaillierten geotechnischen Untersuchung und nach Rücksprache mit den Statikern dieses Projekts wurde in weiterer Folge durch Bauer und PORR zur Optimierung der Kosten die Entscheidung getroffen, die in der Planung vorgesehene Flachgründung des Objektes mit massiver Gründungsplatte
durch eine Tiefgründung mit Stahlbetonpfählen und einer dünnen Fundamentplatte zu ersetzen. Sämtliche
Pfähle wurden in teilweise sehr harten Schieferton (R4-R5) mit einer Bauer BG 9 abgeteuft.


Gewählter Arbeitsablauf:

  1. Herstellung der Bodenvernagelung bis Pfahloberkante
  2. Herstellung der Umschließungspfähle
  3. Baugrubenaushub bis Baugrubensohle wobei am Rand eine Stützberme belassen und die Pfahlzwischenräume mit Spritzbeton geschlossen wurden
  4. Herstellung der Gründungspfähle und der Gründungsplatte
  5. Erstellung der Stützen, Wände und Decke über 2. Untergeschoss bis zu den Umschließungspfählen
  6. Aushub der Bermen unterhalb der Aussteifungsdecke (Deckelbauweise) und Aufbringen der Spritzbetonausfachung
  7. Herstellung der Gründungsplatte und Außenwände